Den als Demütigung
empfundenen Kolonialismus hinter sich zu lassen und national Unabhängigkeit
zu erlangen war für den Großteil der chinesischen Bevölkerung eine
besondere Befreiung.
China ist ein Staat der Superlativen. Mit 9,65 Millionen Quadratkilometern
und damit mit einer Fläche, die fast das Ausmaß von Europa erreicht,
ist China flächenmäßig der viertgrößte Staat der Erde. Eine größere
Ausbreitung besitzen nur noch die USA, Rußland und Canada. 14 angrenzende
Staaten machen die Volksrepublik China zu dem Staat mit den meisten
Nachbarstaaten. Weiterhin ist China auch das bevölkerungsreichste Land
der Erde. Auf 23 Provinzen, 5 autonomen Gebieten, 4 regierungsunmittelbare
Städte (Shanghai, Beijing (Peking), Tianjing und Chongqing) und 2 Sonderverwaltungszonen
(Hong Kong und Macao) verteilen sich 1,321 Milliarden Einwohner, die
sich widerum in 56 verschiedene Nationalitäten spalten und damit etwa
ein Fünftel der Weltbevölkerung darstellen. Allerdings gestaltet sich
die Verteilung der Bevölkerung über das Land höchst unregelmäßig. Der
Großteil lebt im Osten der Republik. Dort wo die großen Städte wie
Guangzhou, Beijing und Shanghai angesiedelt sind, gestaltet sich das
Leben für die meisten Menschen allein schon klimatisch deutlich attraktiver
als in den westlich oder im Süden gelegenen Gebieten. Ausgeprägtes
Kontinentalklima - mit sehr kalten Wintern und heißen, trockenen Sommern
- im Norden und Westen und subtopisches bis tropisches Klima im Süden
erschwert den Menschen das Leben im Gegensatz zum klimatisch gemäßigten
Osten des Landes.
Die Amtssprache im Reich der Mitte ist Mandarin - auch Hochchinesisch
genannt. Regional sind jedoch auch andere Sprachen, wie beispielsweise
Kantonesisch in Hong Kong und Macao offiziell anerkannt.
China hat als sozialistischer Staat keine Staatsreligion. Alle Bürger
haben das Recht auf einen freien Glauben. Verbreitet sind von daher
auch die unterschiedlichsten Glaubenslehren. Vom Daoismus über den
Buddhismus bis hin zum Islam und Christentum finden sich alle Glaubensrichtungen
in verschiedensten Ausprägungen wieder. Die meisten Anhänger hat allerdings
der einheimische Daoismus, der seine Ursprünge im 2. Jahrhundert findet;
daneben sind auch die buddhistischen Glaubenslehren sehr populär.
Neben diversen kulturellen Schätzen wie der Großen Mauer oder der
Peking-Oper ist China darüber hinaus auch reich an Bodenschätzen. Vornehmlich
handelt es sich dabei um Kohle, Eisen, Kupfer, Zinn sowie Silber- und
Golderze, aber auch wichtige Energielieferanten wie Erdgas und Erdöl
haben ihre Vorkommen innerhalb des Staatsgebietes der Volksrepublik.
Obwohl das Land heutzutage noch mit einigen volkswirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat, möchte sich die VR China bis zum 100. Staatsgeburtstag zu einem reichen, starken, demokratischen und zivilisierten, sozialistischen Staat entwickelt haben. Ob dieses Ideal in der angestrebten Zeit erreicht werden kann, bleibt einerseits von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Andererseits wird die Erreichung dieses Zieles auch von der innen- und außenpolitischen Entwicklung in China abhängen, d. h., inwieweit das Land es zum einen schafft, die verschiedenen Volksgruppen mit ihren unterschiedlichen Interessen zu berücksichtigen und das Wohlstandsgefälle zwischen den prosperierenden Küstenprovinzen und dem Westen zu vermindern, sowie sich zum anderen dauerhaft in die internationalen Völkergemeinschaft integrieren kann. U. a. über die Vorfälle im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 werden die tatsächlichen und potentiellen Problemfelder deutlich, für die das Land nachhaltige Lösungen entwickeln muss. Die weitere Entwicklung Chinas wird daher nicht nur von den Chinesen selbst, sondern auch weltweit interessiert beobachtet. Unabhängig davon hofft China jedoch, dass es in absehbarer Zeit auf jeden Fall das Niveau eines Schwellenlandes erreichen wird.