Von 1979 bis 2006 stieg das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) jährlich um durchschnittlich 9,6 %. 2006 betrug es schon mehr als 2708,1 Mrd. USD, was gegenüber 2005 einen Anstieg um 10,7 % bedeutet. Auch der Außenhandel Chinas wuchs um 23,8 % auf nahezu 1760,7 Mrd. USD. Damit steht China weltweit - hinter den USA und Deutschland - an dritter Stelle. Mit einer Devisenreserve von 1066,3 Mrd. USD belegt China weltweit den ersten Platz.
China besitzt mit 1,3 Mrd. Einwohnern eine riesige potentielle Konsumgüternachfrage. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Bewohner in den Städten und das Pro-Kopf-Nettoeinkommen der Bewohner auf dem Land steigen jährlich etwa um 2-7 %; gleichzeitig werden Konsumumwelt und -struktur umfangreich verbessert.
Die anteilige BIP-Verteilung auf die Wirtschaftssektoren (primärer Sektor - Landwirtschaft, sekundärer Sektor - Industriewirtschaft, tertiärer Sektor - Dienstleistungswirtschaft ) belief sich im Jahre 2006 auf jeweils 11,8 %, 48,7 % und 39,5 %, während sich die in den jeweiligen Sektoren Beschäftigten 44,8 % zu 23,8 % zu 31,4 % verteilten.
China ist ein Land dessen Urbanisierungrad bei gut 40 % liegt. Begründbar ist diese Tatsache damit, dass die Landwirtschaft immer noch eine wichtige Rolle in der chinesischen Volkswirtschaft spielt. In absoluten Zahlen sind Acker-, Wald- und Weideflächen beträchtlich, rechnet man diese aber auf eine Pro-Kopf-Verteilung innerhalb der Bevölkerung herunter, so sinkt dieser Wert eklatant. Auf jeden Chinesen entfällt dabei nur ein Drittel der Ackerfläche des Weltdurchschnitts. Auf diesen 1,27 Millionen Quadratkilometern Ackerland werden vor allem Getreide wie Reis, Weizen, Mais, Sojabohnen und Nutzpflanzen wie Baumwolle, Erdnüsse, Raps, Zuckerrohr und Zuckerrüben angebaut.
Von 1979 bis 2006 ist die chinesische Industrie jährlich mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstumstempo von mehr als 10 % gewachsen. 2006 lag das BIP des zweiten Sektors (inklusive der Bau- und Projektindustrie) bei 10200,4 Mrd. RMB, was 48,7 % des gesamten BIPs ausmachte und die Industrie zur führenden Wachstumskraft in Chinas Volkswirtschaft machte. China gehört zu den weltweit größten Produktionsländern. Die Produktionsleistung aller inländischer Industrieunternehmen nahm im Jahr 2006 um 9035,1 Mrd. RMB zu, die Gewinne betrugen 1878,4 Mrd. RMB; das sind über 12,5 % bzw. 31 % mehr als im Vorjahr.
Auch die Dienstleistungsbranche unterliegt einem starken Wachstum. Die Zahl der Beschäftigten nimmt rasch zu. Im Vergleich zu den führenden westlichen Industrienationen, deren Dienstleistungssektoren 70 bis 80 % zum jeweiligen BIP beitragen, liegt Chinas Anteil dennoch weit unter dem Durchschnittsniveau. Nach Chinas WTO-Beitritt und der damit verbundenen Öffnung in die ganze Welt obliegt es China nach den gültigen WTO-Vorschriften diesen Anteil weiter zu erhöhen. Nach Plänen der chinesischen Regierung soll der Anteil der Dienstleistungsbranche am BIP bis 2020 mehr als 50 % ausmachen.
Durch Reformierungen des Finanzsystems und Verbesserungen des Investitionsumfelds, kam es zu einer Stärkung der Gesamtwirtschaft. Zur Zeit strebt die chinesische Regierung danach, bessere Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, das Einkommen der Bevölkerung zu erhöhen, den Konsum der Bevölkerung zu fördern sowie die gesellschaftliche Stabilität zu wahren. Darüber hinaus gehören zu den nationalen strategischen Schlüsselprojekten Unternehmungen wie die „Erschließung der westlichen Gebiete“, das „Drei-Schluchten-Projekt“, das „Eisenbahn-Projekt Qinghai-Tibet“, der „Erdgas-Transfer von West- nach Ostchina“, die „Wasserumleitung von Süd- nach Nordchina“, sowie die „Wiederbelebung der alten Industriebasen in Nordostchina“. Mittels dieser exemplarisch genannten, aber auch anderer Projekte soll die wirtschaftliche Verteilung verbessert und der Einsatz der Ressourcen effektiver gestaltet werden. Bis 2050 möchte die chinesische Regierung das Land in einen einflussreichen, wohlhabenden und demokratischen Sozialstaat verwandelt haben.
Wegen der optimistischen Wirtschaftsaussichten und seiner guten Investitionsumgebung zählt China weltweit zu den Ländern, die das meiste ausländische, aber auch inländische Kapital anlocken. 2006 lagen die gesamten Investitionen in China bei mehr als 10987 Mrd. RMB und das gesamte Einzelhandelsvolumen erreichte 7641 Mrd. RMB, jeweils über 24 % bzw. 13,7 % mehr als im Vorjahr. Fast alle multinationalen Konzerne, die zu den 500 Topunternehmen der Welt gehören, haben Kapital in China angelegt oder sind in China aktiv. Um ein umfassendes, mehrschichtiges und breites Öffnungsgefüge zu schaffen, wurden 15 zollfreie Zonen, 49 wirtschaftliche und technische Erschließungszonen und 53 Hightech-Erschließungszonen auf Staatsebene in einigen großen und mittelgroßen Städten etabliert.
Mit dieser kontinuierlich schnellen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft hat sich auch der Außenhandel des Landes ständig entwickelt. 2006 hatte das Außenhandelsvolumen einen Zuwachs von 23,8 % im Vergleich zum vorigen Jahr und erreichte damit einen Rekordwert von 1760,7 Mrd. USD - wobei der Export um 27,2 % auf 969,1 Mrd. USD und der Import um 20,0 % auf 791,6 Mrd. USD in die Höhe schnellte.
China unterhält zu insg. mehr als 220 Ländern und Gebieten der Welt Handelskontakte. Zu den 10 größten Handelspartnern Chinas gehören Japan, die USA, die EU, Hongkong, die ASEAN-Länder, Südkorea, Taiwan, Australien, Russland und Kanada.
Ausländische Unternehmen investierten auf stabil hohem Niveau. 2006 wurden insg. 69,47 Mrd. USD auswärtiges Kapital in China real genutzt. 41485 Projekte mit auswärtigen Direktinvestitionen wurde neu etabliert. China ist damit - neben den USA - das weltweit attraktivste Zielland für Direktinvestitionen.
Aufgrund der Globalisierung der Wirtschaft und der schnellen Wirtschaftsentwicklung Chinas haben sich auch die Investitionen chinesischer Unternehmen im Ausland erhöht. Im vergangenen Jahr lag die Direktinvestition nach Außen (im Nicht-Finanzsektor) bei 16,13 Mrd. USD. Das stellt eine Steigerung von 31,6 % gegenüber 2005 dar. Bis Ende 2006 beliefen sich Chinas Direktinvestition ins Ausland auf insg. 73,33 Mrd. USD.
Seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der VR China befinden sich die wirtschaftlichen Kooperationen zwischen den beiden Ländern auf Expansionskurs. Das Volumen des bilateralen Handels erhöht sich ständig. Laut Report des deutschen Statistischen Bundesamtes betrug 2006 das Handelsvolumen zwischen China und Deutschland 76,27 Mrd. EURO, was ein Wachstum von 24,69 % zum Vorjahr bedeutet.
Gegenwärtig ist Deutschland der wichtigste europäische Investor in China. Fast alle großen deutschen Unternehmen sind mit eigenen Fertigungsstätten auf dem chinesischen Markt vertreten. Deutsche Investitionen wurden vor allem in den Bereichen der Automobilindustrie, der Elektronik und der chemischen Industrie sowie der Infrastruktur getätigt. China wiederum ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Asien. Deutschland ist der größte Markt für chinesische Produkte in Europa. Darüber hinaus zählt Deutschland zu den EU-Ländern, die am meisten in China investiert haben und deren Technik sich weitestgehend auf dem chinesischen Markt etabliert hat.